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Das ist die große Vision des Jesaja, dass Gott am Ende wieder paradiesische Zustände herbeiführt und es Frieden gibt zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Tier und auch unter den Tieren und mit der ganzen Schöpfung.

Tierfriede
© Foto: Thomas Gertler

Jes 11,1 - 9

11,1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, / ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

2 Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: / der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, / der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht…

5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, / Treue der Gürtel um seinen Leib.

6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, / der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, / ein kleiner Knabe kann sie hüten.

7 Kuh und Bärin freunden sich an, / ihre Jungen liegen beieinander. / Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.

8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, / das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.

9 Man tut nichts Böses mehr / und begeht kein Verbrechen / auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, / so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.

Seitwert


© Foto: A.Hubl

Das Tier und wir

Hatten Sie schon mal ein Haustier? Wir hatten mehrere. Eine Katze – den Namen weiß ich nicht mehr. Der erste Hund hieß Coco. Es war eine Art größerer Dackel, eine so genannte Dachsbracke. Er hat lange mit unserer Familie gelebt. Bis er an einem Wintertag mit sehr viel Schneefall nicht mehr nach Haus gefunden hat. Unser Vater hat noch intensiv nach Coco geforscht, sogar eine Zeitungsannonce aufgegeben. Er blieb verschollen. Wie viele Spaziergänge habe ich mit ihm gemacht! Er war mir wirklich ein Freund. So war es mit einem Haustier nie wieder.

Mensch und Tier gehören zusammen. Für wie viele Menschen ist ihr Haustier auch ein großer Trost! Das muss nicht in der Weise sein, wie es Schopenhauer einmal gesagt hat: „Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.“ Aber freilich, es ist sehr wohltuend, wenn mich mein Hund beim Heimkommen schwanzwedelnd und hochspringend begrüßt. Die Treue eines Hundes ist ja sprichwörtlich.

Das Wohltuende ist heute sogar zur Therapie geworden. Ich werde nicht vergessen, wie wir einmal in einem Haus der Mutter-Teresa-Schwestern für die geistig und körperlich kranken Kinder einen Esel eingesetzt haben. Unser Physiotherapeut hatte Erfahrung damit. Und es war unglaublich, wie auf dem Rücken des Esels das Kind aus den Verkrampfungen und Fehlhaltungen herauskam. Wie es sich aufrichten konnte.

Viele Tiere gibt es, die heute so helfen: Hunde und Esel und Delfine… Gerade auf meinen vielen Reisen begegnen mir immer wieder blinde Menschen mit ihrem Hund. Es ist ergreifend, wie sie miteinander umgehen, wie sie aufeinander eingespielt sind. Vor kurzem gerade half der Hund einer jungen Frau so geschickt, dass sie gar keine andere Hilfe brauchte und sie auch nicht wollte, als ich sie ihr anbot. Vielleicht hätte es das Miteinander durcheinander gebracht, wenn ich da eingegriffen hätte.

Bei Freunden von mir ist jetzt eine kleine Katze aufgetaucht. Sie war noch ganz jung und miaute furchtbar draußen vor der Tür. Sie war wohl ausgesetzt worden und suchte ein Zuhause und etwas zum Fressen. Beides hat sie bekommen und jetzt ist sie richtig in die Familie aufgenommen. Das ist doch erstaunlich, wie auch Tiere so um Hilfe bitten und rufen. Und dann ist so ein Familienzuwachs oft eine solch große Bereicherung und Freude für alle.

Einmal habe ich aber etwas erlebt, was ich furchtbar fand. Während meines USA-Aufenthalts 1990/91 habe ich an einer Englischklasse teilgenommen. Da war auch eine junge Frau aus Lateinamerika. Sie hat sich jeden Tag völlig neu eingekleidet. Immer mit viel Schmuck. Sie musste aus einer ganz reichen Familie stammen. Und eines Tages trug sie dann als Schmuck auch einen kleinen Hund mit sich herum. Sie hatte gar keine Beziehung zu dem Tier. Es war einfach ein Accessoire. Das hat mich richtig wütend gemacht. So was gibt es leider auch. Und solche Tiere werden dann oft brutal an einer Autobahnraststätte ausgesetzt.

So etwas passiert und natürlich viel, viel Schlimmeres, was wir Tieren antun. Es ist ein weites Feld: Mensch und Tier. Früher hat man vor allem den Unterschied hervorgehoben und die Herrschaft des Menschen über alles und auch über alle Tiere betont. Heute sehen wir mehr den inneren Zusammenhang zwischen allen Lebewesen. Wir stammen eben wirklich vom Affen ab, wenn auch nicht direkt, sondern wir haben gemeinsame Vorfahren und Verwandte. Wir werden auch immer mehr gewahr, was die Tiere alles können und empfinden. Besonders die höheren Säugetiere. Und das berührt mich sehr. Manchmal zu Tränen. Wenn es vielleicht auch etwas übertrieben ist, was Sie hier sehen können. Jedoch die theologische Zoologie gibt es wirklich und ernsthaft in Münster.

Nehmen Sie sich einmal eine oder mehrere Zeiten, um über Ihre Erfahrungen mit den Tieren zu meditieren! Es ist tröstlich und erhellend!

Es grüßt Sie herzlich
Thomas Gertler SJ

11. Oktober 2017

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