Impuls der Woche: Ida von Herzfeld – das Werk der Liebe
Sie war eine Verwandte Karls des Großen und hat einen sächsischen Adeligen geheiratet. Der Gegensatz zwischen beiden Stämmen war damals größer als der zwischen Preußen und Bayern, denn Karl hatte die Sachsen in blutigen Kriegen unterworfen und mit erheblichem Zwang zum Christentum bekehrt. Ida lebte ihnen das Christentum konkret vor. Begonnen hat es mit einer Verletzung Ekberts, der in Diensten Karls stand. Er wurde bei der Familie Idas untergebracht. Beide verliebten sich und heirateten 786. Sie zogen zu den Gütern Ekberts in der Nähe von Osnabrück. Als sie die Lippe überquerten und die Nacht bei dem heutigen Herzfeld verbrachten, erhielt Ida im Traum den Auftrag, dort eine Kirche zu bauen. Die Kirche wurde für das Ehepaar wichtig. Aber zuerst wurde Ekbert zum Herzog von Sachsen, zwischen Rhein und Weser, bestellt. Als er 811 starb, wurde er in Herzfeld beigesetzt. Die Kirche erhielt einen Anbau. Ida zog zum Grab ihres Mannes und wurde eine Wohltäterin der Armen. Das tat sie auf eine originelle Weise. Sie hatte, um sich täglich auf den eigenen Tod vorzubereiten, einen Sarg aus Stein meißeln lassen. In diesen legte sie zweimal täglich Lebensmittel und Kleidung für die Armen. Damit eroberte sie die Herzen der Sachsen, die sie auch nach ihrem Tod so verehrten, dass der Bischof von Münster 155 Jahre später das Grab öffnete und die Reliquien der Fürstin in einem Reliquiar auf den Altar stellte. Das war damals der Ritus der Heiligsprechung. Sie hatte in einer Zeit, als Ehen unter Adeligen deshalb geschlossen wurden, um den Besitz zu mehren und die Herrschaft zu stabilisieren, aus Liebe geheiratet und diese Liebe auch nach dem Tod ihres Mannes gezeigt, indem sie sich direkt neben seinem Grab niederließ. Dann war sie, wie später noch viele adelige Frauen, nicht mit ihrem Hofstaat beschäftigt, sondern nutzte ihre Stellung, um den Armen zu helfen. Ida hat die Menschen auf diese Weise von der Kraft des christlichen Glaubens überzeugt, der den Egoismus überwindet. Das drückt sich auch in ihrem Namen aus, der Arbeit oder „das Werk“ bedeuten kann. Ihr Werk war die Liebe. Am 4. September 825 ist sie gestorben. (31.08.2010)
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